IPZF Kindertagesbetreuung


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Tagesablauf

Auf dieser Seite erhalten Sie Informationen darüber, wie üblicherweise ein Tag in einer Kindertageseinrichtung verläuft. Ferner erfahren Sie, dass ein Tag in einer Tagespflegestelle einem Tag in einer Familie ähnelt.

Tagesablauf in Kindertageseinrichtungen

Der Tagesablauf ist abhängig von den Öffnungszeiten, die vom Träger geregelt werden. Dabei sollte der Bedarf der Eltern berücksichtigt werden, die ihr Kind in der jeweiligen Einrichtung betreuen lassen (wollen). Es ist offensichtlich, dass es sich auf den Tagesablauf auswirkt, ob eine Kindertagesstätte nur am Vormittag (oder bei Kinderhorten nur am Nachmittag), für sechs Stunden über Mittag oder ganztags geöffnet ist. Einige Einrichtungen machen auch eine längere Mittagspause, während der die Eltern ihre Kinder nach Hause holen müssen, und andere haben überlange Öffnungszeiten oder sogar einen Schicht- und Wochenendbetrieb (insbesondere Betriebskindertagesstätten, z.B. in Krankenhäusern, die vielfach 24 Stunden am Tag und an allen sieben Tagen der Woche geöffnet sind). Vereinzelt gibt es einen gruppenübergreifenden Früh- bzw. Spätdienst für Kinder, die vor den üblichen Öffnungszeiten gebracht oder viel später abgeholt werden. Viele Tagesstätten haben Gruppen mit unterschiedlich langen Öffnungszeiten. Auch muss die Anwesenheitszeit eines Kindes nicht identisch mit der Öffnungszeit der Einrichtung sein – Erstere sollte dem Bedarf der Eltern entsprechen und sich am Wohl des Kindes orientieren, also sein Alter, seinen Entwicklungsstand, seine Bedürfnisse und seine Befindlichkeit berücksichtigen.

In der Regel begleiten Eltern am Morgen ihr Kind bis zum Vorraum bzw. Flur, wo jedes Kind ein eigenes Fach und einen Garderobenhaken hat. Sie helfen ihm beim Umkleiden und geben es dann im Gruppenraum ab, wo es von den Fachkräften begrüßt wird. Oft ergibt sich dann noch ein kurzes Tür- und Angel-Gespräch, insbesondere wenn Eltern wichtige Mitteilungen haben (z.B. dass ihr Kind sehr schlecht geschlafen hat oder ausnahmsweise von einer Bekannten abgeholt werden soll).

Meistens spielen die Kinder zunächst alleine oder in Kleingruppen in den Lernbereichen des Gruppenraums. Während dieser Freispielzeit können sie den Spielort, die Spielmaterialien, ihre Spielpartner und die Spieldauer frei wählen. Wenn dann alle Kinder eingetroffen sind, versammelt sich die Gruppe zum Morgen- bzw. Stuhlkreis. Hier wird z.B. besprochen, wie der Tag verlaufen soll oder welche besonderen Aktivitäten (Projekte, Ausflüge, Feste usw.) für die kommenden Tage geplant werden sollen. Auch können Kinder erzählen, was sie gerade bewegt. Manchmal werden Probleme oder Konflikte angesprochen, was dann beispielsweise dazu führen kann, dass die Gruppe eine neue Verhaltensregel aufstellt. Im Stuhlkreis werden regelmäßig Geschichten erzählt, Lieder gesungen oder Fingerspiele gemacht. Mancherorts findet der Stuhlkreis zu einem späteren Zeitpunkt statt und/oder nicht jeden Tag. Geht es in erster Linie um die Regelung des Zusammenlebens und die Planung von Aktivitäten, wird oft von einer "Kinderkonferenz" gesprochen.

Im weiteren Verlauf des Vormittags gibt es dann in der Regel eine weitere Freispielzeit, die bei gutem Wetter auch draußen verbracht werden kann, sowie von den Fachkräften angeleitete Aktivitäten, die oft als "Beschäftigungen" bezeichnet werden. Dazu gehören z.B. Bewegungs- und Rhythmikangebote, Turnen, Singspiele, Tänze, Musizieren (z.B. mit Orff-Instrumenten), Entspannungsübungen, religionspädagogische Einheiten, Bilderbuchbetrachtungen, naturwissenschaftliche Experimente, hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Werken oder Bastelangebote. Diese Aktivitäten lassen sich bestimmten Bildungsbereichen zuordnen, wie sie in den Bildungsplänen der Bundesländer ausgewiesen sind. Ferner ist ein zweites Frühstück vorgesehen, das entweder jedes Kind für sich alleine einnehmen kann (also wenn es Hunger hat) oder das alle Kinder zur gleichen Zeit verspeisen. Es wird entweder von den Fachkräften bereit gestellt oder die Kinder essen die mitgebrachte Brotzeit.

"Halbtagskinder" werden gegen 12 Uhr von ihren Eltern abgeholt (dasselbe gilt für alle Kinder, wenn die Einrichtung über Mittag schließt). Die anderen Kinder erhalten ein Mittagessen, das heute bei den meisten Kindertagesstätten angeliefert wird (zumeist Tiefkühlkost). In der Regel decken sie selbst den Tisch und übernehmen auch das Aufräumen. Dann ist oft wieder Freispiel angesagt. Während dieser Zeit können sich die Kinder auch ausruhen (z.B. in der Kuschelecke oder im Snoezelenraum). In manchen Tageseinrichtungen gibt es Schlafräume; die dann häufig von allen Kindern genutzt werden.

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In Kinderkrippen können Babys und Kleinstkinder natürlich immer dann schlafen, wenn sie müde sind. Hier spielen auch pflegerische Aktivitäten (An- und Ausziehen, Wickeln, Füttern) eine viel größere Rolle. Sie werden oft mit Babymassage, Fingerspielen und anderen Formen der intensiven Zuwendung verbunden, weil über solche Tätigkeiten die Beziehung zwischen Fachkraft und Kind intensiviert und dessen Entwicklung gefördert wird. Stuhlkreis, Freispiel und von den Fachkräften angeleitete Aktivitäten finden bei unter Dreijährigen natürlich auf einem anderen Niveau statt als bei älteren Kindern.

Nach der mittäglichen Freispiel-, Ruhe- bzw. Schlafenszeit gibt es am Nachmittag wieder Bildungsangebote der Fachkräfte. Oft richten sie sich dann an bestimmte Zielgruppen, z.B. nur an Kinder mit einem besonderen Sprachförderbedarf oder nur an die so genannten "Schulanfänger" (Kinder, die nach Ende des Kindergartenjahres eingeschult werden). In diesen Kleingruppen ist eine besonders intensive Förderung möglich. Mancherorts werden auch Trainingsprogramme durchgeführt, mit denen z.B. spezifische Sprachkompetenzen, Konfliktlösefertigkeiten oder Widerstandsfähigkeit ("Resilienz") ausgebildet werden oder der Lese- und Rechtschreibschwäche vorgebeugt wird. Dann folgt eine Freispielzeit (oft auch draußen), während der die Kinder nach und nach von ihren Eltern abgeholt werden. Hier ergeben sich viele Gelegenheiten für Tür- und Angelgespräche, bei denen die Eltern z.B. über besondere Ereignisse oder Entwicklungssprünge bei ihrem Kind informiert werden.

Bei halboffenen oder offenen Gruppen können während (eines Teils) der Freispielzeit alle Räume der Kindertagesstätte genutzt werden. Ferner können hier die Kinder zwischen den Bildungsangeboten aller in der Einrichtung beschäftigten Fachkräfte wählen. Manchmal gibt es aber auch Einschränkungen, indem Aktivitäten nur für eine bestimmte Alters- oder Zielgruppe angeboten werden.

An manchen Tagen wird von dem üblichen Tagesablauf abgewichen. Das ist z.B. dann der Fall, wenn der Geburtstag oder Namenstag eines Kindes oder Feste wie Nikolaus, Weihnachten und Ostern gefeiert werden. Auch längerfristige Projekte (z.B. zu Themen wie "Die Elemente", "Die Türkei", "Ritterzeit", "Musikinstrumente" oder "Handwerker") können einen großen Teil des Tages beanspruchen, insbesondere wenn sie mit Exkursionen verbunden sind. An manchen Tagen finden Ausflüge in die Natur, zur Sporthalle der Schule, zum Schwimmbad oder zu einem öffentlichen Spielplatz statt, aber auch beispielsweise zu einem Bauernhof, einem Unternehmen, einem Museum, einer Kirche oder einem anderen öffentlichen Gebäude.

Im Kinderhort treffen die Kinder nach und nach ein – je nachdem, wann der Unterricht zu Ende ist und wie weit der Weg zwischen Schule und Hort ist. Sie haben zunächst Freizeit, bis alle Kinder angekommen sind. Dann gibt es ein gemeinsames Mittagessen; oft müssen die Schüler auch ihre Brotzeit mitbringen. Der weitere Nachmittag besteht aus der Hausaufgabenzeit, während der die Fachkräfte die Aufsicht übernehmen und bei Bedarf auch helfen, und der Freizeit, in der die Kinder spielen, Sport treiben oder Angebote der Fachkräfte nutzen. Kinderhorte sind keine Nachhilfeinstitute, sondern sozialpädagogische Einrichtungen, sodass auch großer Wert auf die genannten und ähnliche Freizeitaktivitäten gelegt wird.

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Eltern sollten sich an die vorgegebenen Bring- und Abholzeiten halten, weil sie sonst die Fachkräfte beim Morgenkreis, bei bildenden Aktivitäten oder bei der systematischen Beobachtung einzelner Kinder stören könnten. In manchen Kindertageseinrichtungen wird sogar nach der Bringzeit die Eingangstür abgesperrt, sodass zu spät kommende Eltern ihre Kinder wieder mit nach Hause nehmen müssen. Insbesondere in den Wochen nach der Eingewöhnungszeit sollten die Eltern auch pünktlich sein, um dem Kind Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit zu signalisieren.

Beim Abholen werden Eltern oft erfahren, dass ihr Kind auf die Frage "Was habt ihr denn heute gemacht?" keine Antwort gibt oder nur sagt, dass es schön war. Dies ist ein ganz normales Verhalten und ein Zeichen dafür, dass sich das Kind allmählich von seiner Familie ablöst und selbständig wird. Oft wird es aber im weiteren Verlauf des Spätnachmittags oder Abends von sich aus über besondere Ereignisse und Erlebnisse berichten. Eltern sollten also etwas Geduld haben...

Nach dem Abholen ist das Kind oft für längere Zeit quengelig. Auch das ist ein ganz normales Verhalten: Das Kind versucht, während der Betreuungszeit zu wenig erhaltene Zuwendung nun von seinen Eltern in "geballter Form" zu bekommen. Es ist offensichtlich, dass noch so gute Fachkräfte nicht jedem der bis zu 28 Kinder in ihrer Gruppe jeden Tag ihre Aufmerksamkeit schenken, sich mit ihm unterhalten oder mit ihm spielen können. Auch müssen sie Bildungsangebote vorbereiten und durchführen, Mahlzeiten austeilen, Kindern auf der Toilette helfen usw. usf. So kommen die meisten Kinder mit einem Zuwendungsdefizit nach Hause. Es ist deshalb wichtig, dass Eltern auf die Quengelei nicht unwirsch reagieren, sondern sich möglichst Zeit nur für ihr Kind nehmen – sich mit ihm unterhalten, ihm eine Geschichte vorlesen oder mit ihm spielen.

Der Tagesablauf in der Kindertagespflege

Die Gefahr eines Zuwendungsdefizits ist natürlich bei der Tagespflege geringer, insbesondere wenn die Tagespflegeperson nur zwei oder drei Kinder betreut. Hier ist der Tagesablauf auch weniger strukturiert als in Kindertageseinrichtungen, ähnelt also mehr dem Tagesablauf in anderen Familien mit Kleinst- bzw. Kleinkindern. So wird z.B. miteinander gekocht und gebacken, spazieren gegangen und gelegentlich auch Fernsehen geschaut. In der Regel führen Tagespflegepersonen aber mehr bewusst geplante bildende Aktivitäten mit den Kindern durch als Eltern.

Wird das Kind in der Wohnung seiner Eltern betreut, so arbeitet die "Kinderfrau" mit den Spielen und Materialien, die sie dort vorfindet. Durch die Auswahl der Spielsachen können die Eltern also großen Einfluss auf die Aktivitäten nehmen. Sie können der Kindertagespflegeperson aber auch einen gewissen Etat für den Kauf von Spielmaterialien zuweisen. Diese kann ganz individuell auf das Kind eingehen, das z.B. dann schlafen oder essen kann, wenn es die entsprechenden Bedürfnisse äußert.