Herausgeber:
Martin R. Textor
Kindertagesbetreuung




Ein bundesweiter Vergleich beweist: Saarland hat die meisten zweisprachigen Kindergärten


Im Saarland gibt es bundesweit die meisten zweisprachigen Kindergärten. Dies geht aus einer Pressemeldung des Vereins für frühe Mehrsprachigkeit an Kindertageseinrichtungen und Schulen (FMKS) hervor. Danach verfügt das Saarland über insgesamt 90 zweisprachige Kindertageseinrichtungen (deutsch-französisch), gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 70 (deutsch-französisch) sowie Teilen von Schleswig-Holstein (knapp 60 dänische) und Berlin mit 30 Einrichtungen (verschiedene Sprachen). In den restlichen zwölf Bundesländern gibt es zusammen nur etwa 90 zweisprachige Kindertagesstätten, so viele wie allein im Saarland. Insgesamt sind bundesweit nur etwa 340 Kindertagestätten bilingual, was weniger als einem Prozent entspricht, gemessen an der Gesamtzahl von etwa 50.000 Einrichtungen.

"Über das gute Abschneiden des Saarlands freue ich mich besonders. Es macht deutlich, dass in keinem anderen Bundesland so viel Wert auf das frühe Erlernen der Nachbarsprache gelegt wird wie im Saarland. Genau diesen besonderen Stellenwert hat der FMKS hervorgehoben", erklärte Schreier.

Darüber hinaus stellt der FMKS fest, dass gerade dann sehr gute Erfolge zu erzielen sind, wenn die Fremdsprache in der Grundschule ab der 1. Klasse weiterführt wird. "Dies ist", so Minister Schreier, "eine eindrucksvolle Bestätigung des saarländischen Konzepts."

Im Saarland gibt es zwei Projekte an Kindertagesstätten zum frühen Fremdsprachenerwerb: Das Projekt zweisprachige Kindergärten im Saarland, an dem sich rund 55 Einrichtungen beteiligen. An diesen Standorten wird Französisch bereits in den ersten beiden Grundschulklassen spielerisch ermittelt. Außerdem gibt es das Projekt "Qualifizierung und Austausch von jungen Erzieherinnen", das die Christliche Erwachsenenbildung in Merzig gemeinsam mit dem Département Moselle zur Vermittlung bilingualer und bikultureller Kompetenz durchführt.

Quelle: Presse-Info 224/2003 des Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft vom 17. Dezember 2003